Wie sieht eine zukunftsfähige Entwicklung der deutschen Golfanlagen aus? Die Nachhaltigkeitsstrategie des Deutschen Golf Verbandes soll darauf Antworten liefern.
„Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt derzeit zahlreiche Sportverbände in Deutschland. Für den DGV mit seinen Mitgliedern ist Nachhaltigkeit ein zentrales Thema. Entscheidend ist für uns aber, dass wir eine Strategie vertreten, die auch von den Golfern und Golferinnen sowie allen wesentlichen Stakeholdern in der Golfindustrie unterstützt wird“, stellt Claus M. Kobold, Präsident des DGV, zum Start des Prozesses fest. Deshalb habe sich der DGV dazu entschieden, die Ziele und Inhalte der Strategie gemeinsam mit verschiedenen Beteiligten zu erarbeiten. „Nachdem wir erste Gedanken dazu bereits beim Verbandstag 2024 vorgestellt hatten, realisieren wir jetzt einen Bottom-Up Prozess“, erläutert Alexander Klose, Vorstand Recht & Services beim DGV. „In der ersten Phase geht es darum, grundlegende Informationen zum Stand der Nachhaltigkeitsdebatte im europäischen Golfsport zu vermitteln und die wesentlichen Organisationen im deutschen Golfsport einzubinden.“
Die Leitung des Prozesses übernimmt eine Projektgruppe, die aus Alexander Klose, Marc Biber als Leiter der Abteilung Umwelt-, Platzpflege und Nachhaltigkeit im DGV sowie Florian Scheibe besteht. Scheibe ist als ehemaliger Direktor der Führungsakademie des DOSB Experte für Beteiligungsprozesse und strategische Entwicklung bei Sportverbänden.
Gelungener Prozess-Auftakt
Schon der Auftakt des Prozesses, so das Resümee der Projektleitung, sei sehr positiv verlaufen. „Im Umfeld der Länderrat-Sitzung Anfang Oktober wurde das Thema erstmalig in größerem Maße diskutiert“, fasst Klose zusammen. „Die allgemeine Stimmung bei den Beteiligten war klar: Wir müssen beim Thema Nachhaltigkeit unbedingt dranbleiben.“ Diese Einstellung setzte sich auch kurz danach bei der ersten Sitzung einer eigens gegründeten Fachgruppe mit acht Mitgliedern fort, in der auch die Arbeitskreise Biodiversität, Wasser, Pflanzenschutz und Klima vertreten sind.
Der weitere Prozess zur Entwicklung einer Strategie sieht nun folgenden Ablauf vor: In den nächsten Monaten werden verschiedene Golfverbände, Golfanlagen, die Golfindustrie, Berater und Experten aber auch Golfer selbst über den Prozess informiert und in die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen eingebunden. Dies geschieht über unterschiedlichste Beteiligungsformen wie Workshops, Interviews oder sogenannte World Cafes, die eine Vielzahl von Vertretern der genannten Bereiche ansprechen sollen. Daran anschließen wird sich dann die Phase 2, in deren Mittelpunkt die Entwicklung der Umsetzung der Ziele steht.
Mitwirken für einen zukunftsfähigen Golfsport
Dabei ist Deutschland innerhalb von Europa kein Alleingänger. Diverse andere nationale Golfverbände wie etwa jene aus der Schweiz, Irland, Dänemark, England oder Schottland haben Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt und befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. „Der DGV ist innerhalb der European Golf Association der zweitgrößte Golfverband. Angesichts der enormen Bedeutung des Themas grüner Nachhaltigkeit für die Zukunft des Golfsports haben wir den Anspruch an uns selbst, auch in diesem Bereich unseren Beitrag zur zukunftsfähigen Entwicklung der Golfanlagen zu leisten und die Golfer für das Thema zu gewinnen “, begründet Alexander Klose den Prozess.
Spannend ist diese Form der Entscheidungsfindung aus Sicht der verschiedenen Gremien allemal. „Die Golfszene hat hier die Möglichkeit der Mitgestaltung, noch sind weder einzelne Ziele oder konkrete Projekte zur Umsetzung festgezurrt“, betont auch Marc Biber. Fest steht damit für die Projektgruppe nur eins: Ein erfolgreicher Entwicklungsprozess der Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf dem Engagement vieler Beteiligter.
„Das Thema Nachhaltigkeit geht alle Golfer an“,
schließt Alexander Klose, deshalb rufen wir die ganze Golfszene auf:
"Macht mit.“

