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GC Schwäbisch Hall erhält Klimaschutzpreis

Klimaschutzbeauftragte Anna Köppel (Fünfte von links) übergibt den Klimaschutzpreis der Stadt Hall an Golfclub- Präsident Ingo Bücher. Foto: Ufuk Arslan

Klimaschutzbeauftragte Anna Köppel (Fünfte von links) übergibt den Klimaschutzpreis der Stadt Hall an Golfclub- Präsident Ingo Bücher. Foto: Ufuk Arslan

Der Klimaschutzpreis der Stadt Schwäbisch Hall zeichnet innovative Konzepte, Maßnahmen oder strategische Initiativen für Klimaschutz aus. Am 13. August erhielt der GC Schwäbisch Hall die Auszeichnung für sein Umweltengagement.

Begründung der Stadt Schwäbisch Hall:

Die Jury des Klimaschutzbeirats hat den Golfclub für den Klimaschutzpreis ausgewählt, weil er in besonderer Weise zeigt, wie Sport- und Freizeitflächen aktiv zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise beitragen können. Klimakrise und Biodiversitätskrise sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn Arten und Lebensräume verschwinden, verliert die Natur ihre Fähigkeit, CO₂ zu speichern, uns abzukühlen oder Wasser zu reinigen. Umgekehrt verschärfen klimatische Veränderungen den Druck auf viele Arten. 
 
Mit einer Gesamtfläche von rund 85 Hektar, von denen nur etwa 30 Hektar für den Spielbetrieb genutzt werden, wird der überwiegenden Teil der Fläche naturnah gestaltet. Durch Blühwiesen, Streuobstwiesen, Feuchtbiotope, Totholzbereiche, Hecken, Trockenmauern usw. entstehen wertvolle Lebensräume, die Artenvielfalt fördern und gleichzeitig Kohlenstoff speichern. Auch durch Maßnahmen wie naturnahe Pflege, den Verzicht auf Trinkwasser zur Bewässerung und die Anlage von Strukturen für Insekten und Vögel – von Insektenhotels bis hin zu Greifvogelstangen – wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
 
Die Jury würdigt zudem, dass der Golfclub seine Verantwortung über die Biodiversitätsförderung hinaus wahrnimmt: Eine eigene PV-Anlage ermöglicht die Nutzung von selbst produziertem Strom, und durch Aktionen wie eine „Bienenwoche“ werden Vereinsmitglieder aktiv einbezogen. Damit erfüllt das Projekt die Kriterien für den Klimaschutzpreis.

  • Klimaschutz: Ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz wird erreicht
  • Vorbildcharakter: Ein eindrückliches Beispiel dafür, wie auch Vereine und Freizeitflächen große Potenziale für Klimaschutz und Artenvielfalt nutzen können.
  • Partizipation: Vereinsmitglieder und Interessierte werden über Aktionen eingebunden und für Klimaschutz sensibilisiert.
  • Langfristigkeit: Die angelegten Strukturen wie Hecken, Biotope und PV-Anlage sind dauerhaft angelegt und entfalten über viele Jahre Wirkung.

Die Jury möchte mit dieser Auszeichnung betonen: Klimaschutz gelingt nur, wenn alle Ebenen und Bereiche Verantwortung übernehmen. 
 

55 Hektar für ein besseres Klima

(Text und Bild erschienen am 19. August 2025 im Haller Tageblatt – mit freundlicher Genehmigung)

Von Kerstin Vlcek, Haller Tageblatt

Die Sonne brennt vom Himmel, es ist heiß. Die Luft steht an diesem Mittwochnachmittag. Da mag sich der einer oder die andere schon Gedanken über das Klima machen. So auch bei der Verleihung des Klimaschutzpreises der Stadt Schwäbisch Hall an den Golf Club Schwäbisch Hall. Anders als man es vielleicht erwarten mag, besteht das 85 Hektar große Areal nicht nur aus einer 18-Lochanlage mit Clubhaus, sondern beherbergt auf rund 55 Hektar eine Vielzahl an Streuobstbäumen, Hecken, kleiner Biotope und auch Bienenhotels. Und genau diese Biodiversität, das „ganzheitliche Konzept“ hat die Jury des Preises letztlich überzeugt.

Sven Hauenstein, Haller Architekt und Jurymitglied, erklärt, dass die Entscheidung erst nachanfänglicher Skepsis und ausgiebiger Diskussion getroffen wurde. Gerade der Wasserverbrauch und Einsatz von Pestiziden hat die Jury beschäftigt. „Allerdings schaffen Sie es mit Ihren Maßnahmen, die negativen Effekte überzukompensieren“, sagt er an Club-Präsident Ingo Bücher und sein Team gewandt, bevor die städtische Klimaschutzbeauftragte Anna Köppel den Preis an Bücher überreicht. „Ihr Golfplatz ist nicht nur ein Ort des Sports, sondern auch ein wertvoller Lebensraum und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Köppel. „Wir wollten Lebensräume schaffen“, erklärt Bücher. Beispielsweise wurden auf rund10.000 Quadratmeter Blühwiesen auf dem Gelände angelegt. Bereits 2020 hat man im Haller Golfclub damit begonnen, sich bei „Lebensraum Golfplatz“ zu engagieren. Aus dem Pilotprojekt ist mittlerweile eine dauerhafte Einrichtung geworden.

Wir wollen für den Golfplatz sensibilisieren. Ingo Bücher, Präsident Golfclub Schwäbisch Hall

Wasser aus Speicherseen

Das war auch der Grund, warum Bücher die Entscheidung getroffen hat, sich für den Preis zu bewerben. „Wir wollen für den Golfplatz sensibilisieren.“ Nach und nach sind und werden die Bereiche, die nicht zur Spielfläche gehören, durch Renaturierung wiederbelebt. Dazu zählen Blühwiesen, Trockenmauern oder Bienenhotels, wie der Umweltbeauftragte des Clubs, Michael Rieg, aufzählt. Auch Totholzstapel sind in dem Konzept enthalten. Strom erzeugt der Club über eine eigene Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. Perspektivisch solle es auch Ladestationen für E-Mobilität und vielleicht auch elektrisch betriebene, autonome Mähergeben. „Denken Sie da aber bitte an die Igel“, wirft Hauenstein ein. Und auch das Wasser zur Bewässerung der Spielflächen kommt nicht aus der Leitung, sondern aus vier Speicherseen, die mit Überschusswasser gespeist werden. Der größte fasst 45 Millionen Liter Wasser, insgesamt stehen rund 70.000 Kubik an Bevorratung zur Verfügung, erläutert Bücher.

Drei Mittel im Einsatz

Etwa 30 Hektar werden im Golfclub bespielt. Damit das Grün auch grün bleibt, braucht es nicht nur Wasser und eine Mähmaschine, sondern es kommen auch Düngemittel und Fungizide zum Einsatz. „Der Düngemitteleintrag bei uns ist sehr viel geringer als in der Landwirtschaft“, macht Headgreenkeeper Jürgen Friz deutlich. Drei Mittel sind es, die einmaljährlich angewendet werden, und zwar nur jene, die auch in der Nahrungsmittelindustrie zu finden sind, wird Friz konkreter. „Und ja, das Golfgrün ist tot.“

Anders sieht es da vor der Terrasse des Clubhauses aus. Der Sonnenhut leuchtet gelb-orange, es summt und schwirrt vor Insekten. „Wir haben auch Aktionen wie eine Bienenwoche, um beispielsweise Spenden für neue Insektenhotels zu sammeln“, erläutert Sarah Cieslik, Naturschutzbeauftrage des Clubs, bei einem kleinen Rundgang über die Anlage. Diese ist nicht nur Clubmitgliedern vorbehalten, jeder Interessierte könne vorbeikommen, im Clubhaus essen oder trinken und die Natur genießen, sagt sie. Es geht vorbei an naturbelassenen Hecken, auf der anderen Seite des Weges liegen unter einem Baum Äpfel am Boden verstreut, die als Nahrungsquelle für Insekten, Igel oder auch Siebenschläfern dienen. Weiter hinten sind als Zaungäste einige Ziegen zu sehen. Der Wegführt zwischen zwei Spielflächen hindurch, vorbei an einem der fünf Bienenhotels auf dem Gelände und weiter zu einem der Biotope, bei dem auch eine Greifvogelstange steht. „Nur der Storch hat sich noch nicht bei uns niedergelassen“, sagt Rieg. Vor dieser Naturkulisse erfolgt dann die symbolische Scheckübergabe über 500 Euro von Anna Köppel an Tino Bücher, bevor es für die Gruppe zurück ins Clubhaus geht.

Zum Nachahmen animieren

Der Klimaschutzpreis der Stadt Schwäbisch Hall wird in den Kategorien „Gruppen“ und „Unternehmen“ vergeben. Im Bereich Gruppen gab es in diesem Jahr „deutlich weniger“ Bewerbungen als 2024, damals waren es um die 20, sagt Klimaschutzbeauftragte Anna Köppel. Eine genaue Zahl kann sie nicht nennen. 29 Mitglieder hat der Klimaschutzbeirat, von denen sieben die Bewerbung des Golfclubs bewertet und letztendlich entschieden haben, den Preis an diesen zu vergeben. Der Preis wurde 2021 vom Klimaschutzbeirat ins Leben gerufen und wird 2025 zum vierten Mal vergeben. „Andere sollen dadurch zum Nachahmen animiert werden“, sagt Klimaschutzbeauftragte Anna Köppel.

Informationen zum Text

  • 22. August 2025

Ansprechpartner

Deutscher Golf Verband e.V.

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Wiesbaden