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1. Pilotphase: Positive Resonanz in erster Pilotphase bestätigt Konzept

Kann ein Golfplatz so gestaltet werden, dass Spielerinnen und Spieler aller Alters- und Leistungsklassen mehr Erfolgserlebnisse, mehr Spielfreude und ein besseres Spieltempo erleben? Die erste Pilotphase der Initiative „Platzvielfalt“ liefert darauf eine klare Antwort. Die Erfahrungen der beiden Testanlagen zeigen, dass flexible Platzlängen auf große Akzeptanz stoßen – und liefern die Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe des Projekts.

Mit der Initiative „Platzvielfalt“ verfolgen der Deutsche Golf Verband (DGV) und die PGA of Germany das Ziel, Golfplätze stärker an den tatsächlichen Schlaglängen und Bedürfnissen der Spielerinnen und Spieler auszurichten. Nach der konzeptionellen Entwicklung möglicher Lösungsansätze stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, ob sich diese Ideen auch in der Praxis bewähren.

Um genau dies zu überprüfen, wurde eine erste Pilotphase mit zwei ausgewählten Golfanlagen durchgeführt: dem Golfclub Schloss Miel und dem Golf Club Taunus Weilrod. Beide Clubs setzten die Grundidee der Initiative konsequent um und schufen zusätzliche, verkürzte Spieloptionen innerhalb ihrer bestehenden Platzstrukturen. Dabei wurden unterschiedliche Ansätze gewählt, die wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung lieferten.

Während im Golfclub Schloss Miel die traditionellen Abschlagsfarben beibehalten und um zusätzliche Abschläge ergänzt wurden, entschied sich der Golf Club Weilrod für einen innovativen Ansatz mit einer vollständig alphabetischen Kennzeichnung der Abschläge. Beide Anlagen ergänzten ihre Systeme zudem um Hektometerangaben, die den Spielerinnen und Spielern eine einfache Orientierung hinsichtlich der für sie geeigneten Platzlänge ermöglichen.

Gemeinsam war beiden Pilotanlagen vor allem ein zentraler Gedanke: Nicht das Geschlecht oder traditionelle Gewohnheiten sollen die Abschlagswahl bestimmen, sondern die individuelle Schlagweite. Ziel ist es, möglichst vielen Golferinnen und Golfern ein vergleichbares Spielerlebnis zu ermöglichen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Spielstärke.

Die praktischen Erfahrungen nach einem Jahr Testbetrieb fielen ausgesprochen positiv aus. Besonders Senioren nahmen die neuen Möglichkeiten intensiv an. Auch Anfängerturniere wurden erfolgreich von den verkürzten Abschlägen gespielt. Trainer berichteten von deutlichen Vorteilen in der Ausbildung, da Einsteiger wesentlich früher auf dem regulären Platz spielen konnten. Gleichzeitig wurden mehr Erfolgserlebnisse erzielt, was sich in besseren Ergebnissen und einer höheren Zufriedenheit der Spieler widerspiegelte.

Auch außerhalb organisierter Spielgruppen zeigte sich eine hohe Akzeptanz. Viele Mitglieder nutzten die neuen Abschlagsoptionen in Privatrunden, Gäste zeigten sich neugierig und probierten die kürzeren Platzvarianten aus. Besonders Golfanfänger profitierten von den angepassten Längen, da Pars, Bogeys oder sogar Birdies deutlich schneller erreichbar wurden.

Begleitend wurde die Pilotphase durch eine strukturierte Marktforschung ausgewertet. Die teilnehmenden Spielerinnen und Spieler bewerteten ihre Erfahrungen direkt nach der Runde über ein digitales Feedbacksystem. Das Ergebnis war bemerkenswert: Mit einem Net Promoter Score von +54 erreichten die Pilotanlagen einen Wert, der als herausragend positiv gilt und die hohe Akzeptanz des Konzepts eindrucksvoll bestätigt.

Die Erkenntnisse aus Schloss Miel und Weilrod haben damit nicht nur die grundsätzliche Praxistauglichkeit der Initiative belegt. Sie lieferten zugleich wichtige Hinweise für die weitere Ausgestaltung des Projekts – von der Kennzeichnung der Abschläge über Orientierungshilfen bis hin zur Kommunikation gegenüber den Mitgliedern.

Auf Basis dieser erfolgreichen ersten Testphase startet die Initiative nun in die nächste Entwicklungsstufe. Ziel der zweiten Pilotphase ist es, die bisherigen Erkenntnisse auf eine deutlich breitere Datenbasis zu stellen. Durch die Einbindung weiterer Golfanlagen sollen noch mehr Erfahrungen gesammelt, unterschiedliche Platzstrukturen berücksichtigt und die Auswirkungen auf verschiedene Zielgruppen umfassender analysiert werden.

Die positiven Rückmeldungen der ersten Pilotclubs zeigen bereits heute, welches Potenzial in der Idee der Platzvielfalt steckt. Die kommende Phase soll nun dazu beitragen, dieses Potenzial weiter zu konkretisieren und belastbare Grundlagen für eine langfristige Weiterentwicklung des Golfsports in Deutschland zu schaffen.